Die Gockel besuchen das Mittelalter

Am 09.10. fand unser diesjähriger Ausflug statt. Wir trafen uns pünktlich um 11 Uhr am Berufsschulzentrum um eine Reise ins Mittelalter zu unternehmen. Ziel der Exkursion war der Campus Galli bei Meßkirch. Dort soll eine komplette Klosterstadt nur mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts errichtet werden. Doch es wird nicht nur nach der damaligen Zeit gearbeitet, es wird auch wie damals gelebt. Das Essen kommt von den selbst bewirtschafteten Feldern und auch die Unterkünfte wurden nach dem Vorbild des 9. Jahrhunderts errichtet. Der Großteil der Arbeiter und Helfer sind dort freiwillig tätig und arbeiten dort neben dem Beruf in ihrer Freizeit.Bei der Führung wurden uns die verschiedenen Handwerke gezeigt und man konnte die Leute mit allen anfallenden Fragen löchern. Neben den zu erwartenden Handwerken wie Schreiner, Töpfer und Körbe binden gibt es auch einige größere Projekte wie das Gießen der Kirchenglocke. Dieses Jahr hat man alles daran gesetzt die Holzkirche noch vor der Winterpause fertig zu stellen. Bei unserem Besuch waren noch restliche Bodenarbeiten zu erledigen sowie die Seitenwände zu stellen. Wenn man vor diesen Bauwerk steht und selbst sieht mit welchen Mittel das geschafft wurde, kann man allen helfenden Händen nur den größten Respekt aussprechen. Wir haben allerdings auch erfahren das es in der heutigen Zeit gar nicht so einfach ist mit den damaligen Mitteln zu bauen. Zum Schutz der Besucher und der Arbeiter mussten viele Kompromisse eingegangen werden und die Arbeit wurde durch höhere Anforderungen etwas komplizierter. Es galt stets abzuwägen wie man die Auflagen der zuständigen Ämter mit den zur Verfügung stehenden Mitteln erfüllen kann.

Im Anschluss an die Führung konnten wir den Campus noch etwas auf eigene Faust erkunden. Zunächst stärkten wir und natürlich mit dem damals übliche Heißgetränk, Met. Viele nutzten auch die Zeit um sich am Lagerfeuer etwas aufzuwärmen. Bei der weiteren Besichtigung hatten wir ebenfalls recht viel Spaß und machten Ratespiele welches Werkzeug wohl wie für was zu verwenden ist.Die Faszination der mittelalterlichen Bauwerke war etwas größer als der Hunger. Wodurch wir uns erst eine halbe Stunde später als geplant zur nächsten Station aufmachten.

Denn wie könnte man einen solchen Tag besser ausklingen lassen als im Aulendorfer Ritterkeller. Der Mundschenk erwartete uns bereits und begrüßte uns nach mittelalterlicher Manier. Nach kurzer Einleitung wie die Tischgepflogenheiten zur damaligen Zeit waren wurde auch schon serviert. Begonnen wurde mit einer Flädlesuppe die nicht gelöffelt sondern geschlürft wurde. Besonders die Männer fanden Gefallen daran sich mal etwas gehen zu lassen. Zum Hauptgang wurden auf zwei ca. 1,5m langen Holztafeln Berge von Fleisch und Beilagen heran getragen. Und falls irgendetwas ausging wurde sofort für Nachschub gesorgt. So haben es auch die besten Esser nicht geschafft ihre Platte zu leeren. Zur Freude der Männer bedienten die Mägde, wie vom Mundschenk geheißen, während des Essens ihre hohen Herren und massierten ihnen im Anschluss die vollgegessenen Bäuche. Zu guter Letzt stellten sich noch 5 Männer einer Potenzprobe. Nicht das was ihr jetzt denkt… Sie erhielten einen Kräutertrank und die Anzahl der darin enthaltenen Beeren gaben Auskunft über ihre Manneskraft. Und, wie sollte es anders sein, stellte es sich heraus dass unser Gruppenführer der beste Zuchtgockel im Stall ist. Nach dieser Erkenntnis und gefüllten Bäuchen machten wir uns mit inzwischen einer Stunde Verspätung auf den Heimweg.

Unser Bus brachte uns, mit za hlreichen Ehrenrunden unterwegs, wieder sicher nach Hause.

Damit endete ein sehr schöner Tag und ein toller Ausflug. Er wird zu Nachahmung empfohlen. Wir werden in ein paar Jahren sicher wieder einen Ausflug zum Campus Galli machen um zu sehen was sich seit unserem letzten Besuch alles getan hat.

An dieser Stelle gilt unser Dank den beiden Organisatorinnen Nici und Kathrin, die für dieses super Event gesorgt haben.